26.03.2017 · 16:54

Klaus Lutz
Im Universum

Das Museum Haus Konstruktiv freut sich sehr, das Œuvre des Künstlers Klaus Lutz einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen.

Klaus Lutz - Im Universum, Ausstellungsansicht, Museum Haus Konstruktiv, 2012 Foto: Stefan Altenburger
Klaus Lutz - Im Universum, Ausstellungsansicht, Museum Haus Konstruktiv, 2012 Foto: Stefan Altenburger

1993 übersiedelte Lutz (geb. 1940 in St. Gallen) nach New York und lebte dort bis zu seinem Tod im Jahr 2009. Sein aussergewöhnliches Schaffen umfasst Zeichnungen, Kaltnadelradierungen, Installationen, Performances und 16mm-Filme. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem «Verein für die Erhaltung des Werkes von Klaus Lutz».
Wer die Filme von Lutz zum ersten Mal sieht, wird sofort in ihren Bann gezogen. Lutz’ Film-sprache ist einzigartig, gleichzeitig ruft sie Erinnerungen wach, an den expressionistischen Film der 1920er Jahre, an Georges Méliès oder an die Agitprop-Filme der russischen Avant-garde.
Der künstlerische Prozess hat bei Klaus Lutz immer mit der Zeichnung begonnen. Ab 1985 kommt auch das Filmemachen hinzu. Dabei greift er – im Zeitalter der digitalen Bilder und Animationen – auf die fast schon nostalgisch anmutende 16mm-Filmkamera zurück. Mittels Trickfilm- und klassischen Filmcollagetechniken hat Lutz äusserst eigenwillige und ästhetisch starke Werke geschaffen. In seinen Filmskripts entwickelte er rasante Geschichten, in denen immer das Individuum – der Künstler selbst – gegen den Rest der Welt antritt.
Zentrales Anliegen von Lutz war es, mit seinen Werken in fremde und geheimnisvolle Vor-stellungswelten aufzubrechen. Er war Skizzenlieferant, Hauptdarsteller und Regisseur in Personalunion, er war Kameramann, Cutter und letztendlich auch der Gestalter und Verfasser all seiner Vermittlungsmedien wie Einladungen, Plakate, Flyer.
Das Museum Haus Konstruktiv zeigt nun die ganze Vielfalt des faszinierenden Œuvres von Klaus Lutz und präsentiert auf drei Stockwerken alle Facetten seines Schaffens: von der Skizze über die Filmskripts, die Film-Requisiten, die autonomen Zeichnungen und die Kaltnadel-radierungen bis hin zu den aufwendigen 16mm-Filmen, die der Künstler teilweise als Loops auf aufgeblasene Ballone projizierte.
Ausserdem können die Besucherinnen und Besucher in das Universum von Klaus Lutz eintauchen: Hans Danuser, Künstler und enger Freund von Lutz, hat direkt nach dessen unerwarteten Tod in New York das zum Film-studio und experimentellen Ideenlabor umfunk-tionierte Apartment von Lutz fotografiert. Die Aufnahmen – in der Ausstellung direkt auf die Wand aufgezogen (3. Stock) – geben einen bewegenden Einblick in den künstlerischen und privaten Lebenskosmos von Klaus Lutz. Zudem zeigen wir den Dokumentarfilm «The Beauty of My Island – Shooting Klaus Lutz», den der Filmemacher Frank Matter 1999 realisiert hat.

Trailer zur Ausstellung >>>



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26.03.2017
16:45 Uhr MESZ