25.04.2017 · 06:39

Rolf Schroeter
Kontakt

Das umfangreiche Werk von Rolf Schroeter (geb. 1932 in Zürich) ist ein noch weitgehend ungehobener Schatz: Anlässlich seines 80. Geburtstags würdigt das Museum Haus Konstruktiv unter dem Titel «Kontakt» den Schweizer Künstler und Fotografen in einer retrospektiv angelegten Einzelausstellung.

Rolf Schroeter - Kontakt, Ausstellungsansicht, Museum Haus Konstruktiv, 2012 Foto: Stefan Altenburger
Rolf Schroeter - Kontakt, Ausstellungsansicht, Museum Haus Konstruktiv, 2012 Foto: Stefan Altenburger

Schroeter, der an der Ulmer Hochschule für Gestaltung visuelle Kommunikation studierte, startete seine künstlerische Laufbahn mit experimenteller Fotografie und kann in diesem Feld durchaus als absoluter Geheimtipp erachtet werden: Passion, Perfektion, Präzision – das sind Begriffe, die Schroeters künstlerisches Schaffen auszeichnen. Seit Mitte der 1950er Jahre entwickelt er ein Gesamtwerk, das neben frühen, von Moholy-Nagy und Man Ray inspirierten Fotogrammen vor allem Fotografien, Mappenwerke und Künstlerbücher umfasst.
Nach seinem Studium in Ulm war Schroeter 1957/58 für den Zürcher Konkreten Max Bill und den Grafikdesigner Josef Müller-Brockmann tätig. Nur kurze Zeit später gründete er sein eigenes Atelier für Fotografie und visuelle Kommunikation, das er bis vor wenigen Jahren in Zürich führte.

Daneben – das zeigen seine Auftritte als Gastdozent an der Hochschule für Gestaltung in Ulm (1967/68) oder als Gastprofessor für visuelle Kommunikation und Fotografie an der State University in Blacksburg, Virginia (1980/81) – war es ihm stets ein Anliegen, seine technischen und künstlerischen Kenntnisse im Bereich der Foto-grafie einer jüngeren Generation zu vermitteln.

Die Gratwanderung zwischen angewandter und bildender Kunst durchdringt Schroeters Werk. In beiden Bereichen beweist er einen spielerischen Umgang mit dem Faktor Licht, und so erscheint es nur schlüssig, dass er Anfang der 1960er Jahre auf die Düsseldorfer Künstlergruppe Zero traf und die Lichtexperimente von Otto Piene mit seiner Leica festhielt. Schroeters experimentell anmutenden, abstrakten Impressionen aus «Wahrnehmung einer Brücke» (1956) offenbaren ein grosses Potenzial an Sensibilität und Poesie, und sein Interesse am Prozesshaften kommt in zahlreichen Kooperationen mit verschiedenen Künstlerkollegen – unter ihnen: Otto Piene, Günter Uecker, Eugen Gomringer, Heinz Mack und Richard Jackson – zum Ausdruck. Sie haben in den letzen Jahren zu kunsthistorisch bedeutenden Gemeinschaftsprojekten geführt.

Und doch: Das fotografische und installative Werk des Schweizer Künstlers ist nur einem kleinen eingeweihten Publikum bekannt. Haus Konstruktiv möchte dies nun ändern und Schroeter als erstes Schweizer Museum einem breiten Publikum vorstellen. Neben frühen Schwarz-Weiss-Aufnahmen wird u.a. auch die Installation «Lichtung» gezeigt, die Schroeter zusammen mit Günter Uecker realisiert hat, ausserdem Arbeiten, die mit Heinz Mack und Eugen Gomringer entstanden sind.



Museum Haus Konstruktiv · Selnaustrasse 25 · 8001 Zürich · +41 (0)44 217 70 80 · info@hauskonstruktiv.ch
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25.04.2017
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