25.06.2018 · 19:36

Delphine Chapuis-Schmitz
48. There are things that ...31

kuratiert von Sabine Schaschl

Delphine Chapuis-Schmitz (geb. 1979 in Boulogne-Billancourt, Frankreich, lebt in Zürich) konzipiert für den Zeitraum zwischen Ende Februar und Anfang September 2014 eine Ausstellung mit Audioguides. Das Gerät wird den Besuchern am Empfang des Museums zur Verfügung gestellt und gibt ihnen die Möglichkeit, einen eigenen Parcours durch das Gebäude zu wählen.

Delphine Chapuis-Schmitz - 48. There are things that ...31, Ausstellungsansicht Museum Haus Konstruktiv, 2014
Delphine Chapuis-Schmitz - 48. There are things that ...31, Ausstellungsansicht Museum Haus Konstruktiv, 2014

Im Gegensatz zu gewöhnlichen Audioguides, die sich mit Bildbeschreibungen und Hintergrundwissen zur Ausstellung jeweils direkt auf die Exponate beziehen, wird die Intervention der Künstlerin und promovierten Philosophin die Ausstellungs- und Rezeptionsbedingungen im Museum selbst in den Fokus rücken: Als Medium der Interaktion regen die gesprochenen Beiträge sowohl eine neue Auseinandersetzung mit dem Raum an als auch das Erforschen und Verschieben von Sehgewohnheiten und das Aufbrechen von Erwartungshaltungen. Die Worte hallen nach, begleiten die Besucherinnen und Besucher während ihres Rundgangs durch das Museum – und lassen eine Ausstellung im Kopf entstehen.

«Situations are my starting point», erklärt Delphine Chapuis-Schmitz, während sie im Museum Haus Konstruktiv recherchiert und sich mit den Räumlichkeiten und der Sammlung vertraut macht. Die Umgebung gibt ihr die Inspiration für die Auswahl unterschiedlicher Textpassagen, die in den Räumlichkeiten des Museums ausgestellt werden. Es handelt sich dabei um eine Sammlung von verschiedensprachigen Auszügen aus Künstlerschriften, Literatur und Philosophie sowie Lexika-Eingaben, die durch ihre konkrete Präsenz vor Ort eine neue Bedeutung erhalten bzw. durch die Kontextverschiebung neu aktiviert werden können. An verschiedenen Stellen des Gebäudes werden Zahlen angebracht, die in den Audioguide eingetippt werden. Der Guide liefert den dazugehörigen Hör-text, und umgekehrt können die Texte auf die Stelle wirken und so ein neues Licht auf die Gegebenheiten der Institution werfen. Die Hör-texte und ihre Lokalisierung bilden zusammen einen dem Ort immanenten Denk-Raum. Die Künstlerin bespielt auf diese Weise das ganze Museum Haus Konstruktiv: nicht nur das Logo an der Aussenfassade, sondern auch die Ausstellungsräume, das Café, der Shop, die Bibliothek sowie das Gebäude selbst mit seinen Zwischenräumen sind mit Zahlen versehen. Die verschiedenen Komponenten, die das Museum Haus Konstruktiv als Kunstinstitution ausmachen, werden reflektiert und die Potenzialitäten, die sie enthalten, zum Vorschein gebracht – wenn auch nur in der mentalen Vorstellung des Besuchers.

Trailer zur Ausstellung >>>



Museum Haus Konstruktiv · Selnaustrasse 25 · 8001 Zürich · +41 (0)44 217 70 80 · info@hauskonstruktiv.ch
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25.06.2018
19:30 Uhr MESZ