21.08.2018 · 00:32

Datierung 1968
Objektmasse 29.5 x 84 x 2.5 cm
Technik/Material Acryl auf Leinwand auf Pavatex, Holz
Nennung Sammlung Museum Haus Konstruktiv
Schenkung aus: Das Progressive Museum Basel
Inv.-Nr. SK07025
Attila Kovács

Konfigurative Kette 1

(Hommage à Albers)
Attila Kovács (1938, Budapest, HU) betreibt seit 1964, als er nach Deutschland emigrierte und seinem Abschluss an der Ungarischen Hochschule für Angewandte Künste ein Zweitstudium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart folgen liess, eine präzise bildnerische Recherche, in deren Zentrum strukturelle Fragestellungen und ihre Visualisierung mittels vieldimensionaler Systeme stehen. Bestimmt wird sein zeichnerisches und malerisches sowie sinnigerweise auch plastisch erweitertes Werk durch kontinuierliche Strukturänderungen, die dem Zustandshaften in potenziell endlosen Operationen ein zeitliches Moment respektive Prozesse entgegenstellen. Letztere funktionieren in Abkehr von der Praxis der Teilung nach additivem Prinzip, sind also in einem zweckfreien Sinn konstruktiv, während sie zugleich mit jeder Restvorstellung von Komposition brechen. Dieser Ansatz verbindet sich mit zwei weiteren Referenzen: zum einen mit der vom Ungarn János Bolyai mitbegründeten, alle tradierten Flächen- und Raumkonzepte sprengenden nicht-euklidischen Geometrie, zum anderen mit dem damals hochaktuellen strukturalistischen Denken, wie es im Stuttgarter Umfeld namentlich Max Bense vertrat.
Das Frühwerk «Konfigurative Kette 1 (Hommage à Albers)», das 2005 mit den Beständen des 1968–1974 aufgebauten Kollektivs «Progressives Museum Basel» in die Sammlung des Museum Haus Konstruktiv eingegangen ist, veranschaulicht die sequenzielle Arbeitsweise des Künstlers bereits beispielhaft. In einer Art Axonometrie überführt es ein Quadrat in eine komplexe Abfolge räumlich lesbarer Kompartimente, die sich gegenseitig durchdringen. Wie bei Josef Albers’ «Strukturalen Konstellationen», auf die der Klammertitel anspielt, sind die Abschnitte einzeln und in der Fläche zwar plausibel, räumlich aber instabil und oft unrealisierbar.
Schon früh hat Attila Kovács auf diese und weitere Eigenschaften auch in theoretischen Beiträgen hingewiesen. Für seine Methodik hat er dort den Begriff der transmutativen Plastizität eingeführt, verstanden als organisierender Vorgang, bei dem die Eigenschaften als sie selbst, also in Reinform, in Erscheinung treten und trotzdem kontinuierlich ihre Gestalt verändern können. Hierin liegt zugleich der kreative, methodisch nicht fassbare Anteil des Künstlers.

Astrid Näff




Die Umsetzung wurde finanziert mit Beiträgen von:

Lotteriefonds des Kantons Zürich

Baugarten Stiftung
Ernst Göhner Stiftung
Dr. Adolph Streuli-Stiftung
Stiftung Kunstsammlung Albert und Melanie Rüegg



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21.08.2018
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