23.04.2018 · 23:29

Datierung 1991
Bildmasse 3 Teile, je 100 x 100 cm
Technik/Material Öl auf Leinwand
Nennung Sammlung Museum Haus Konstruktiv
Schenkung der Künstlerin
Inv.-Nr. SK98042
Franziska Zumbach

Balken V

Ihre Affinität zur Farbfeldmalerei und zum Textilen wird in den Bildern von Franziska Zumbach (1959, Zug, CH) erkennbar. Denn bald bestehen sie aus Tausenden von kleinen Farbfeldern, bald mäandern die gemalten Farblinien über die Leinwand und vereinen sich zu einem quirligen Fluss. Der Eindruck des Textilen ergibt sich primär aus Farbpaarungen von geometrischen Formen sowie aus Gitterstrukturen. Die Farbmuster folgen dabei einem präzisen Konzept, das dynamisch und gleichzeitig stofflich wirkende Farbflächen erzeugt. Die verwendeten Pigmente werden in Öl und Alkydharzen gebunden und bringen ein grosses Spektrum an farblicher Tiefenwirkung zur Geltung. Schichtweise werden die unterschiedlichen Farbtöne aufgetragen und nach dem Trocknen jeweils mit einem hochfeinen Schleifpapier bearbeitet. Je nach Druckstärke nimmt die entsprechende Farbschicht an Volumen ab, und eine oder mehrere darunterliegende Farbebenen werden partiell wieder freigelegt. Wenn die Bilder nur wenig geschliffen werden, erscheint die Oberfläche auf den ersten Blick homogen, erst beim genaueren Betrachten sieht man die unteren Schichten leicht durchschimmern. Was sich aus Distanz wie eine monochrome Fläche ausnimmt, ist aus der Nähe betrachtet ein flimmerndes Feld aus unzähligen Farbquadraten, das je nach Betrachterstandort wechselnde Umrisse und Formen hervorbringt.
Gelegentlich variiert Franziska Zumbach ihr Vorgehen, indem sie eine unverdünnte Schicht Ölfarbe aufträgt und mithilfe des Pinsels feine bis feinste Striche in die noch nicht trockene Farbe zieht. Dieses Vorgehen ermöglicht es der Künstlerin, zu unerwarteten Bildfindungen zu gelangen. So etwa, wenn ein subtiles Relief entsteht, das eine kaum wahrnehmbare Dreidimensionalität andeutet.
Franziska Zumbach geht es gemäss eigener Aussage vordringlich um das Leuchten und Fühlen der Farbe, auf deren Wirkmacht sie sich verlässt. Abgesehen von den rhythmischen und energetischen Komponenten ist dies in ihrem Werk sehr stark spürbar. Es gerät so in die Nähe von Sonia Delaunays vibrierenden Farbkompositionen wie auch von Sophie Taeuber-Arps rhythmisch-geometrischen Kompositionen und späten Linienbildern.

Dominique von Burg




Die Umsetzung wurde finanziert mit Beiträgen von:

Lotteriefonds des Kantons Zürich

Baugarten Stiftung
Ernst Göhner Stiftung
Dr. Adolph Streuli-Stiftung
Stiftung Kunstsammlung Albert und Melanie Rüegg



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23.04.2018
23:15 Uhr MESZ