24.06.2018 · 14:49

Datierung 1979
Objektmasse 157 x 68 x 57 cm
Technik/Material Eisen
Nennung Sammlung Museum Haus Konstruktiv
Schenkung der Künstlerin
Inv.-Nr. SK13007
Katharina Sallenbach

Doppelseitiges Relief

Katharina Sallenbach (1920, Zürich, CH – 2013, Zollikon, CH) ist im Museum Haus Konstruktiv mit knapp einem Dutzend Arbeiten vertreten, die ihr sieben Jahrzehnte umspannendes Schaffen in Stein, Metall, Terrakotta und auf Papier breit repräsentieren. Die Werkgruppe setzt ein mit Arbeiten aus der zweiten Hälfte der 1950er-Jahre, als die Künstlerin sich bereits der Abstraktion zugewandt hatte. Davor hatte sie zunächst in Paris an der Académie Ranson Malerei studiert, sich dann aber für die Bildhauerei entschieden und, bestärkt durch eine kurze, doch intensive Zeit im Zürcher Atelier von Germaine Richier, ein dem zeitüblichen neoklassischen Menschenbild verpflichtetes Frühwerk erarbeitet. Die Neuausrichtung erfolgte unter dem Eindruck der Zürcher Konkreten und gipfelte 1956 in der Entsorgung eines Grossteils der bisherigen Arbeiten. Bis in die späten Schaffensjahre bestimmten nun Kubus und Kugel sowie weitere, anfangs kompakte, später immer stärker durchbrochene stereometrische Volumina Sallenbachs Werk. Statt einen streng rationalen Zugang zu verfolgen, wahrte die Künstlerin jedoch stets ihre Freiheiten gegenüber der Geometrie und bevorzugte die verzogene, von inneren, unsichtbaren Kräften bewegte oder zusammengehaltene, im Kern oft Geheimnisse bergende Form. So ist auch kein unüberwindbarer Widerspruch darin zu sehen, dass Sallenbach ab den späten 1970er-Jahren, als sie oft in der Toskana weilte, parallel wieder Figürliches schuf, denn diese Werke sind von einem ähnlichen Glauben an Urkräfte durchdrungen, der nun allerdings offenkundiger mythologisch-spiritueller oder sakraler Natur ist. Mit den späten metallischen Flechtwerk-Arbeiten und Stabplastiken fanden abstrakter und figürlicher Werkstrang schliesslich wieder zusammen. Dies bezeugt, um nur eines der Sammlungswerke herauszugreifen, die aufwendig verschlungene Messingplastik «Horus» (1993), die im Titel auf die gleichnamige altägyptische Himmelsgottheit verweist und damit zugleich die im Gesamtwerk sporadisch aufscheinenden kosmischen Bezüge anspricht.

Astrid Näff




Die Umsetzung wurde finanziert mit Beiträgen von:

Lotteriefonds des Kantons Zürich

Baugarten Stiftung
Ernst Göhner Stiftung
Dr. Adolph Streuli-Stiftung
Stiftung Kunstsammlung Albert und Melanie Rüegg



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24.06.2018
14:45 Uhr MESZ