21.08.2018 · 00:32

Datierung 1985
Blattmasse 37 x 36 cm
Technik/Material Bleistift auf Papier
Nennung siehe Stammdatensatz
Inv.-Nr. SK98025.04
Peter Somm

Rhombus

(Z 350 D)
Peter Somm (1940, Sulgen, CH) hat schon in jungen Jahren zu malen begonnen und, angeregt von den Bildwelten eines Paul Klee oder Johannes Itten, ein weitgehend abstraktes Frühwerk geschaffen. Bestärkt durch die Aufnahme eines seiner Bilder in die Jahresausstellung der Zürcher Künstler 1969, reduzierte er in der Folge seine Bildmittel weiter und entwickelte – im Grunde autodidaktisch und bis 1999 parallel zu seinem Beruf als Anästhesist – ein Gesamtwerk, das sich zwischen einer geometrisch-konkreten Haltung und einer zusehends auf die Erfahrung reiner Farb- und Lichtwirkung ausgerichteten Malerei bewegt.
Formal ist Somm einer Werkpraxis verpflichtet, die sich als seriell oder vielmehr der Variation zugetan bezeichnen lässt. Dies hat zur Entstehung teils umfangreicher Werkfolgen geführt: orthogonal organisierte Grisaillen (1969–1970), farbige Rechteck-Kompositionen (1970–1971), flächig oder linear konzipierte Rotationen (1971–1976), Bogen- und Linienbilder (1973–1975), waagrecht verdichtete Querformate oder Horizonte (1983–2012), konzentrische Kreisformationen (1995–2011), Kreuzbilder (1993–1995) und schliesslich diptychonartige Kombinationen sich wechselseitig ergänzender Gestaltungsprinzipien, die sogenannten Yin-Yang-Bilder (2001–2013).
Allen Werken ab 1970 ist eigen, dass sie eine aus schmalen Einheiten gebaute Chromatik besitzen, mit der Somm sich vom relationalen Bildverständnis der Zürcher Konkreten und einem undifferenziert-nahtlosen, als zu diffus abgelehnten Farbverlauf gleichermassen zu distanzieren sucht. Wie er mehrfach betont hat – am einschlägigsten im Katalog seiner Ausstellung im Museum zu Allerheiligen in Schaffhausen 1984 – steht dabei nicht die Flächigkeit, sondern vielmehr die Tiefenwirkung im Zentrum. Oder anders gesagt: Mit seinem «Strukturprinzip der schichtartig gestuften kontinuierlichen Farbreihe» zielt Somm auf die Suggestion von «Weite, Unendlichkeit und Transzendenz». Dem folgt auch die Wahl der Farben, die oft von «kosmischer» Natur sind und darin sowie in ihrem Pulsieren und Fluktuieren entfernt an die Op Art Victor Vasarelys, namentlich an dessen späte «universelle Strukturen» erinnern.

Astrid Näff




Die Umsetzung wurde finanziert mit Beiträgen von:

Lotteriefonds des Kantons Zürich

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Ernst Göhner Stiftung
Dr. Adolph Streuli-Stiftung
Stiftung Kunstsammlung Albert und Melanie Rüegg



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