20.08.2017 · 06:00

Datierung 1974
Bildmasse 50 x 50 cm
Technik/Material Öl auf Leinwand
Nennung Sammlung Museum Haus Konstruktiv
Schenkung Margit Weinberg Staber
Inv.-Nr. SK02006
Jakob Bill

no. 15

Jakob Bill (1942, Zürich, CH), der Sohn von Max und Binia Bill, hat parallel zu seiner langjährigen Tätigkeit als Archäologe ein malerisches Werk geschaffen, das sich bis heute konsequent weiterentwickelt. Es erweitert den Kanon der konkreten Kunst auf erfrischende Weise, indem es mit subtilen malerischen Mitteln der Strenge des formalen Grundgerüsts eine poetische Dimension entgegenhält.
Sein Werk fasziniert durch leuchtende Farben und feine chromatische Übergänge in einfachen geometrischen Strukturen und Streifenkompositionen. Im Stile der konkreten Kunst dominieren hierbei klare Linien, das geometrische Formenrepertoire ist geprägt von seriell und systematisch durchdeklinierten Form-Farb-Konstellationen. Neben kräftigen Farbtönen zeigt Jakob Bill auch Farbverläufe, durch die den Betrachtenden die breite Vielfalt der Nuancen und die Lichtwirkung der Farbe vor Augen geführt werden. Das Spiel mit präzise nuancierten farbigen Verläufen unterscheidet ihn von den klassischen Vertretern der konkreten Kunst wie Josef Albers, Richard Paul Lohse oder auch seinem Vater Max Bill. Mit seiner Technik erzielt der Künstler schimmernde und vibrierende Farbfelder, die die Flächengrenze überstrahlen und zu faszinierenden räumlichen Ausdehnungen führen. Mit der irisierenden Wirkung der Farbverläufe entwickelt Jakob Bill seinen Malstil und seine charakteristische und unverwechselbare Sprache. Dabei bezieht er grundsätzlich alle Farben in seine Arbeit ein, seltener die Nicht-Farben Schwarz und Weiss. In den 1960er und 70er Jahren malte er quadratische Bilder und trennte die inneren Quadrate von den äusseren durch eingeschriebene quadratische Rahmen. Gleichzeitig entstanden Kompositionen, die sich aus rhythmisch gesetzten Streifen konstituieren und die über die inneren Quadrate verlaufen – mit dem Ergebnis, dass die Farben zwischen Figur und Grund oszillieren.
In den letzten Jahren allerdings schenkt Jakob Bill der Form vermehrt Beachtung. Balken mit wechselnder Farbfolge sind über das Bildgeviert verstrebt und beschreiben weiss ausgesparte rechteckige oder rhomboide Innenformen, um die sie unmerklich zu rotieren scheinen. In den neueren Arbeiten wendet sich Jakob Bill stärker einer ornamenthaften Behandlung der Fläche zu. Damit gewinnt das Verhältnis zwischen malerischer Forschung und Oberfläche eine neue Dimension, umso mehr, als den neueren Bänderstrukturen eine Raum umspannende Qualität innewohnt.

Dominique von Burg




Die Umsetzung wird finanziert mit Beiträgen von:

Lotteriefonds des Kantons Zürich

Baugarten Stiftung
Ernst Göhner Stiftung
Dr. Adolph Streuli-Stiftung
Stiftung Kunstsammlung Albert und Melanie Rüegg



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20.08.2017
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