17.12.2017 · 07:25

Datierung 1963
Rahmenmasse 79 x 78.5 x 3 cm
Technik/Material Acryl und Schnur auf Leinwand
Nennung Sammlung Museum Haus Konstruktiv
Schenkung Barbara und Hans-Ulrich Doerig
Inv.-Nr. SK11004
Leo Leuppi

Filetage sur blanc I

Leo Leuppi (1893, Zürich, CH – 1972, ebd.) verstand seine Bildkompositionen seit den späten 1930er-Jahren als «Konkretionen». Der Maler, Grafiker und Plastiker war Gründer, Organisator und Präsident der avantgardistischen Künstlervereinigungen Groupe Suisse Abstraction et Surréalisme und Allianz. In diesen Funktionen gehörte Leuppi zu den wichtigsten Vorkämpfern für die moderne Kunst in der Schweiz. Bekannt sind seine Werke im öffentlichen Raum, darunter die Eisenplastik an der Fassade des Migros-Gebäudes Thun (1955), das Wandmosaik im Schulhaus Kolbenacker in Zürich (1955–1957) und das Wandbild in der Eingangshalle der Alterssiedlung Gsteigstrasse in Zürich-Höngg (1956/1957). Die beiden sich in der Sammlung des Museum Haus Konstruktiv befindenden streng geometrischen, weissen oder gelben «Filetages», mit denen der Künstler die von Hans Arp entwickelte Technik des «Schnurbildes» konstruktiv weiterführte, illustrieren Leuppis eigenständige Stellung zu den Problemen der Monochromie und des «Tableau-relief».
Ganz undogmatisch verband Leuppi konstruktive Stilprinzipien mit surrealistischen Momenten. Während die Arbeiten zwischen 1925 und ca. 1930 die Auseinandersetzung mit dem synthetischen Kubismus, dem Purismus von Amédée Ozenfant und Le Corbusier verraten, zeichnen sich seine Werke zwischen 1935 bis 1950 durch einen konstruktiven Charakter und ein kompositorisch ausgeklügeltes Gleichgewicht aus. Dabei liess sich der Künstler von Max Bill, Sophie Taeuber-Arp, Walter Bodmer und Hans Arp inspirieren. So finden sich geometrische und seltener auch organische Formen zu heiter beschwingten Konfigurationen gefügt, die von einem musikalischen Empfinden geprägt sind. Nach 1950 bevorzugte Leuppi unter dem Einfluss von Hans Arps «Papiers déchirés et collés» freiere Gestaltungen, aus denen das Geometrische zugunsten einer organischen, farbenfrohen Formenwelt vollständig verbannt ist. Ab Mitte der 1950er-Jahre geben sich die Formen wieder strenger und klarer, um im Spätwerk – mit der Rückbesinnung auf geometrische Ordnungsprinzipien – in ihrer Einfachheit noch ausgeprägter zu werden.

Dominique von Burg




Die Umsetzung wird finanziert mit Beiträgen von:

Lotteriefonds des Kantons Zürich

Baugarten Stiftung
Ernst Göhner Stiftung
Dr. Adolph Streuli-Stiftung
Stiftung Kunstsammlung Albert und Melanie Rüegg



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17.12.2017
07:15 Uhr MEZ