19.08.2017 · 07:35

Datierung 1987
Objektmasse 90.5 x 90.5 x 4 cm (Teil 1)
Objektmasse 70.5 x 70.5 x 4 cm (Teil 2)
Objektmasse 50.5 x 50.5 x 4 cm (Teil 3)
Technik/Material Glas, Pavatex lackiert, Stahl
Nennung Sammlung Museum Haus Konstruktiv
Schenkung des Künstlers
Inv.-Nr. SK92023
Jean Mauboulès

1987 – Nr. 24 – Glascollage

Jean Mauboulès (1943, Poey-de-Lescar, FR) war 19 Jahre alt, als er seinen Heimatort verliess, um in Paris Kurse an der École des Beaux-Arts zu belegen. Anfänglich der Malerei zugewandt, ging er im Laufe der 1960er Jahre zu plastischen Arbeiten über, seine intensive Beschäftigung mit der Zeichnung jedoch setzte er kontinuierlich fort. Mit dem Zeichnen verbindet Mauboulès einen künstlerischen Freiraum: die Möglichkeit, seinen Vorstellungen – anders als bei der Herstellung der Plastiken – unmittelbar Gestalt zu verleihen. Zwar dient ihm die Zeichnung durchaus auch als Skizze, Studie oder Vorlage, doch prinzipiell begreift er sie als eigenständiges, den plastischen Techniken gleichgestelltes Ausdrucksmittel.
Den Mittelpunkt seiner Auseinandersetzung mit Fläche und Raum bildet das Spannungsfeld von Bewegung und Statik, Gleich- und Ungleichgewicht, Körpervolumen und Körperlosigkeit, vor allem unter dem Gesichtspunkt des «Mouvement bloqué», der blockierten Bewegung, oder des «Mouvement arrêté», der angehaltenen Bewegung. Als dafür ideale Werkstoffe erwiesen sich Eisen, Stahl und Industrieglas. Bis in die 1990er Jahre bildet die Kombination von Metall und Glas eine feste Konstante in Mauboulès’ plastischem Œuvre; dieses umfasst frei stehende, oft grossformatige Arbeiten, Reliefs, Boden- und Wandobjekte, die wie in «1986 – Nr. 27 – Skulptur» das zentrale Thema Gleich-/Ungleichgewicht, Volumen/Körperlosigkeit in den Gegensätzen von Masse und Transparenz, Schwere und Leichtigkeit, roh belassener und geschliffener Oberfläche, rostroter und grünlicher Farbe zum Ausdruck bringen. Zu Zeichnung und Plastik kommt seit den frühen 1970er Jahren ein drittes Medium hinzu: die Glascollage aus von Hand zugeschnittenen und auf Karton aufgezogenen Glasplatten in Metallrahmen. Es umfasst eine Vielzahl von Spielarten, je nach Art der Linienführung, des Zuschnittes und Schliffs des Glases, seiner Dicke sowie der davon abhängigen Transparenz respektive Grünfärbung. Bezaubert «1974 – Nr. 16 – Glascollage» durch ihre Subtilität, so sticht in der zweiteiligen Arbeit «1987 – Nr. 24 – Glascollage» die kraftvolle Umsetzung des Themas «Mouvement arrêté» ins Auge.
In allen Schaffensbereichen gelingt dem Künstler eine überaus reiche Facettierung der Ausdrucksformen – vom robusten «Da-Sein» («1986 – Nr. 27 – Skulptur») über die Zartheit der Erscheinung («Ohne Titel» von 1992) bis zur Eleganz des neueren, der reinen Linie zugewandten plastischen Œuvres. Mauboulès gehört zu den führenden zeitgenössischen Schweizer Plastikern der konstruktiven Richtung. Mehrfach ausgezeichnet (u. a. in Frankreich als Chevalier de l’ordre des Arts et des Lettres), ist er ebenso in namhaften Sammlungen vertreten wie durch Arbeiten im öffentlichen Raum bekannt.

Elisabeth Grossmann




Die Umsetzung wird finanziert mit Beiträgen von:

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Ernst Göhner Stiftung
Dr. Adolph Streuli-Stiftung
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19.08.2017
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