18.10.2017 · 17:04

Datierung 1977/78
Objektmasse 76 x 51 x 6.5 cm
Technik/Material Lack und Acryl auf Polyester
Nennung Sammlung Museum Haus Konstruktiv
Schenkung der Künstlerin
Inv.-Nr. SK98028
Shizuko Yoshikawa

Farbschatten Nr. 17

Shizuko Yoshikawa (1934, Omuta, JP) studierte englische Literatur, Architektur und Produktgestaltung in Tokio, bevor sie 1961 nach Europa übersiedelte. 1960 hatte sie auf der «World Design Conference Tokyo» Josef Müller-Brockmann kennengelernt, einen der bis heute bedeutendsten Schweizer Grafikdesigner und Typografen, und sie begegnete mit Otl Aicher und Tomás Maldonado zwei Schlüsselfiguren in der von Max Bill mitbegründeten Hochschule für Gestaltung in Ulm. Dort schrieb sie sich 1961 für das Fach Visuelle Kommunikation ein. Zwei Jahre später zog sie nach Zürich, wo sie bis 1967 als Grafikdesignerin im Studio Müller-Brockmanns tätig war.
Yoshikawas freie künstlerische Arbeit setzt 1970 ein: Unter dem Einfluss der (um eine Generation älteren) Zürcher Konkreten begann sie mit der Konzeption strukturell geordneter, zwei- und dreidimensionaler Werke. Diese fanden in der Serie der «Farbschatten» (ab 1976) eine konsequente Weiterentwicklung. In den weissen Reliefstrukturen zeichnen sich die farbigen Ränder der Objektschichten als Linien ab, es entsteht ein Netz aus feinsten Licht- und Farbnuancen. Die strukturelle Anlage dieser Werke hat, neben den genannten Bezügen zur Schweizer Kunst und mithin zum Bauhaus, ihre Wurzeln auch in den gerasterten Raumsystemen der traditionellen japanischen Architektur.
Diese Verschmelzung von europäischen Gestaltungsidealen mit einer fernöstlich geprägten Lebensphilosophie und Ästhetik bildet eines der zentralen Wesensmerkmale ihres Schaffens. Wie der Kunsthistoriker und Kurator Guido Magnaguagno im Jahr 2000 anlässlich einer Ausstellung Yoshikawas im Kunsthaus Zürich schrieb, hat sich die Künstlerin seit ihren Anfängen «zunehmend auf ihre östlichen Wurzeln hinbewegt. Das Stoffliche verlor sich, das Unsichtbare als ‹kosmische Netzstruktur› wurde das bestimmende Thema ihres Schaffens».
Shizuko Yoshikawa hat für ihre international ausgestellten Arbeiten und Kunst-am-Bau-Projekte diverse Preise und Stipendien erhalten und wurde vielfach als Vortragende eingeladen, u. a. an die School of Architecture and Environmental Design in Buffalo (1987), an die University of Arizona in Tucson (1989) und an die Universität von Bogotá, Kolumbien (1991).

Britta Schröder




Die Umsetzung wird finanziert mit Beiträgen von:

Lotteriefonds des Kantons Zürich

Baugarten Stiftung
Ernst Göhner Stiftung
Dr. Adolph Streuli-Stiftung
Stiftung Kunstsammlung Albert und Melanie Rüegg



Museum Haus Konstruktiv · Selnaustrasse 25 · 8001 Zürich · +41 (0)44 217 70 80 · info@hauskonstruktiv.ch
© 2017 Museum Haus Konstruktiv. Der Inhalt dieser Website ist urheberrecht­lich geschützt und dient lediglich zu Informations­zwecken ohne Rechts­verbindlich­keit.
18.10.2017
17:00 Uhr MESZ