17.12.2017 · 07:24

Datierung 1973
Objektmasse 49.5 x 49.5 x 5 cm
Technik/Material Holz, Farbe
Nennung Sammlung Museum Haus Konstruktiv
Schenkung aus: Das Progressive Museum Basel
Inv.-Nr. SK07034
Italo Primi

Struttura visiva

da un progetto del 1945 [Teil eines Projekts von 1945]
In grosser Zurückgezogenheit schuf der ligurische Künstler Italo Primi (1903, Rapallo, IT – 1983, ebd.) ein beachtliches Œuvre. Ab den 1960er-Jahren konzentrierte er sich auf konstruktiv-konkrete Papierarbeiten und bemalte Holzreliefs, die Aspekte sowohl der kinetischen Kunst als auch der Minimal Art und der Op Art enthalten. Seine Reliefs zeigen ein spannungsreiches Beziehungsspiel zwischen Licht und Schatten, zwischen unveränderlicher Hintergrundfläche und vorgeschalteten beweglichen Elementen.
Seine Ausbildung erhielt Primi in den 1920er-Jahren an der Accademia Ligustica di Belle Arti in Genua bei dem Bildhauer Guido Galletti, der u. a. für seine 1954 vor der ligurischen Küste aufgestellte, 2.5 Meter grosse Unterwasserstatue «Cristo degli abisso» bekannt ist.
Italo Primis Werdegang als Künstler zeichnet wichtige Entwicklungsschritte in der europäischen Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts exemplarisch nach: vom expressionistisch beeinflussten Frühwerk über die schrittweise vollzogene Autonomisierung der bildnerischen Mittel bis hin zu den von jeder Gegenständlichkeit befreiten Reliefs und Bildern, die sein Spätwerk dominieren. Darauf ausgerichtet, den Bild- und Betrachterraum auszuloten und ein Zeitmoment ins Spiel zu bringen, stehen sie den Werken der 1959 in Padua und Mailand gegründeten Künstlergruppen Gruppo N und Gruppo T nahe. Inzwischen droht Primis Werk allmählich dem Vergessen anheimzufallen. Ein Umstand, der sich nur damit erklären lässt, dass Primi, obschon er seine Werke zu Lebzeiten in diversen Ausstellungen präsentieren konnte (darunter auch bei der Quadriennale Nazionale d'Arte in Rom), abseits der Kunstzentren und abseits der bekannten Künstlergruppen gearbeitet hat. In seiner Heimatstadt Rapallo erinnert noch heute ein beliebter Treffpunkt an den Künstler: die Fontana del Polipo, für die er einen grossen, bronzenen Tintenfisch gestaltet hat.

Britta Schröder




Die Umsetzung wird finanziert mit Beiträgen von:

Lotteriefonds des Kantons Zürich

Baugarten Stiftung
Ernst Göhner Stiftung
Dr. Adolph Streuli-Stiftung
Stiftung Kunstsammlung Albert und Melanie Rüegg



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17.12.2017
07:15 Uhr MEZ