18.10.2017 · 17:05

Datierung 1973
Objektmasse 40 x 40 x 40 cm (Kubus)
Objektmasse 115 x 40 x 40 cm (Sockel)
Technik/Material Zweifarbige Argonlichtröhre, Acrylglas, Pressspan
Nennung Sammlung Museum Haus Konstruktiv
Schenkung aus Privatbesitz
Inv.-Nr. SK07121
Christian Herdeg

Boundless I

Bevor sich Christian Herdeg (1942, Zürich, CH) künstlerisch mit dem Phänomen Licht auseinanderzusetzen begann, war er bereits mit dessen optischen und physikalischen Eigenschaften vertraut. Wie sein Vater Hugo P. Herdeg hatte er den Beruf des Fotografen gewählt; zeitweilig war er auch als Beleuchter und Dokumentarfilmer tätig. Von 1968 bis 1971 in Kanada wohnhaft, entdeckte Herdeg die Leuchtmittel Argon und Neon für sich, die den vorrangigen Werkstoff seiner zukünftigen Erforschung der «Aggregatzustände des Lichts» bilden sollten. Nach ersten künstlerischen Erfolgen in Kanada machte er sich, ab 1971 wieder in der Schweiz lebend, rasch einen Namen als Pionier der Schweizer Lichtplastik.
Mit «Boundless I» von 1973 kündet sich die Wende von dem an der Pop Art orientierten Frühwerk zu einem zunehmend geometrischen Formenvokabular an. «Boundless I» präsentiert sich in Form einer Stele, die aus einem getönten Sockel, einem Plexiglaskubus und einem darin befindlichen zweifarbigen Leuchtstoffstab besteht. Die Haube mit dem sie diagonal durchlaufenden Stab ist von allen vier Seiten und von oben einsehbar. Durch die Plexiglasummantelung wird eine Mehrfachspiegelung des Leuchtstoffstabs erzeugt, die bei jeder Änderung des Blickwinkels neuartige Form- und Farbkonstellationen entstehen lässt. Mit minimalen Mitteln – einer einzigen Leuchtquelle und deren optischer Vervielfachung – gelingt es Herdeg in «Boundless I», den Betrachter in einen schier unendlich erscheinenden virtuellen Raum zu entführen.
Herdegs langjährige Erfahrung mit Licht, Farbe, Volumen und Raum kommt nicht allein in seinen freien Arbeiten zum Tragen, sie hat sich auch in seinen Werken für den öffentlichen Raum bewährt. Auf die erste Intervention, «Sieben stereometrische Lichtkörper auf Wasserebene», 1982 in der Nähe des Paradeplatzes in Zürich realisiert, folgten zahlreiche weitere Aufträge im In- und Ausland. Kunst am Bau ist inzwischen zu einem wesentlichen Arbeitsfeld des Künstlers geworden; Herdegs präzise auf den architektonischen Raum abgestimmte Lichtzeichen haben sein Renommee als Lichtkünstler weit über die Landesgrenzen hinausgetragen.

Elisabeth Grossmann




Die Umsetzung wird finanziert mit Beiträgen von:

Lotteriefonds des Kantons Zürich

Baugarten Stiftung
Ernst Göhner Stiftung
Dr. Adolph Streuli-Stiftung
Stiftung Kunstsammlung Albert und Melanie Rüegg



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18.10.2017
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