20.08.2017 · 06:02

Datierung 2009
Bildmasse 51.5 x 43.5 cm
Technik/Material Acryl auf MDF
Nennung Sammlung Museum Haus Konstruktiv
Schenkung des Künstlers
Inv.-Nr. SK09130
Philippe Decrauzat

Ohne Titel

Sonderedition Haus Konstruktiv 2009
Philippe Decrauzat (1974, Lausanne, CH) erzielt mit rein malerischen Mitteln und einer begrenzten Farbpalette optische Effekte, welche die Bildoberflächen vibrieren lassen. In seinen Gemälden, Wandarbeiten, Skulpturen, Installationen, Filmen und gedruckten Ephemera verwendet Decrauzat Elemente aus Minimalismus, Konstruktivismus, Experimentalfilm, Populärkultur und Op Art, die er zu komplexen visuellen Kompositionen zusammenführt. Decrauzats Ansatz wird oft mit einer jüngeren Generation in der Romandie assoziiert, die Interesse an einem neuen Konzept-Konkretismus entwickelt und diesen mit narrativen Strukturen verbindet. So setzt er in seinen Werken beispielsweise das Bildvokabular der Minimalisten, Konstruktivisten und Op-Art-Künstler ein, um es in einem neuen Kontext narrativ oder metaphorisch aufzuladen. So, wenn er Werken mit Moiré-Strukturen textilähnliche Eigenschaften verleiht oder Konfigurationen aus verschieden breit ausgeführten Linien und Bändern mit dynamischem Schwung ein weisses oder schwarzes Mittelfeld einkreisen lässt. Die Struktur des dynamischen Linienschwungs kann auch die Umrisse der Leinwände definieren, wodurch die Grenze zwischen Malerei und Objekt verschwimmt und die Kongruenz zwischen Inhalt und Form an die «Shaped Canvases» von Frank Stella erinnert.
Decrauzats Werk speist sich aus einer Vielzahl von Einflüssen, die das Psychedelische mit einem konzeptuellen Minimalismus oder formalästhetische Bezüge zur Op Art mit dem experimentellen Kino kombiniert. An der Op Art interessiert Philippe Decrauzat nicht zuletzt die Orientierung am «Objektiven» und das Verschwinden des Autors. Seine Arbeiten basieren auf komplexen Herleitungen, wobei viele Geschichten eine Rolle spielen, die er vorher recherchiert hat.
Mit Vorliebe wählt der Künstler seine Formen und Motive aufgrund ihrer visuellen und räumlichen Qualitäten, die entfernt ihre Herkunft aus dem Bereich des Grafikdesigns, der Werbung, der Lounge-Ästhetik und der Architektur verraten und die er in ein spannungsvolles Wechselspiel bringt.

Dominique von Burg




Die Umsetzung wird finanziert mit Beiträgen von:

Lotteriefonds des Kantons Zürich

Baugarten Stiftung
Ernst Göhner Stiftung
Dr. Adolph Streuli-Stiftung
Stiftung Kunstsammlung Albert und Melanie Rüegg



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20.08.2017
06:00 Uhr MESZ