18.10.2017 · 17:04

Datierung 2011
Bildmasse 16.4 x 398 cm
Technik/Material Neonröhren, Transformatoren, Kabel
Nennung Sammlung Museum Haus Konstruktiv
Schenkung des Künstlers
Inv.-Nr. SK15001
Joseph Kosuth

‘Texts for Nothing (Waiting for–)’ #8 E.: What's wrong with you? V.: Nothing. E.: I'm going. V.: So am I.

Samuel Beckett, in play
Joseph Kosuth (1945, Toledo, USA) gehört zu den Begründern und Protagonisten der um die Mitte der 1960er Jahre entstandenen Konzeptkunst. Vorbereitet durch die in der Minimal Art konsequent umgesetzten Tendenzen zu einer weitgehenden Reduktion der bildnerischen Mittel, findet in der Konzeptkunst ein Paradigmenwechsel statt: Der Werkidee, dem Werkkonzept, wird innerhalb dieser Richtung eine grössere Bedeutung beigemessen als dem Kunstobjekt selbst. Damit tritt auch der Künstler als Produzent in den Hintergrund; die Ausführung seiner Idee ist nicht mehr zwangsläufig an ihn gebunden.
Kosuth nun hat dieser Strömung wesentliche Impulse gegeben, indem er sich schon früh dem Verhältnis von Kunst und Sprache widmete. Eine seiner weltweit bekanntesten Arbeiten ist «One and Three Chairs» von 1965: Sie besteht aus einem Stuhl, der Fotografie eines Stuhls und der lexikalischen Erörterung des Wortes Stuhl. Mit diesem Dreiklang veranschaulichte Kosuth die Relationen zwischen einem Ding an sich, seiner Abbildung und seiner sprachlichen Bezeichnung, d. h. zwischen dem konkreten, sinnlich wahrnehmbaren Objekt und seiner bildhaften und sprachlichen Repräsentation.
Seine Erkenntnisse zu diesem Themenfeld hat der Künstler auch in einer Vielzahl von Publikationen festgehalten, so als Mitherausgeber der Zeitschrift «Art & Language», die 1969 aus dem gleichnamigen Künstlerkollektiv um Terry Atkinson, Michael Baldwin, David Bainbridge und anderen hervorging.
2011 konnte das Museum Haus Konstruktiv Joseph Kosuth für eine spektakuläre Einzelpräsentation gewinnen. Hier zeigte er auch seine damals neuste Neoninstallation «Texts for Nothing (Waiting for –)» [Texte um Nichts (Warten auf –)], mit der er sich auf zwei gleichnamige Werke des irischen Schriftstellers Samuel Beckett bezog: Von den Wänden des vollständig abgedunkelten Ausstellungsraumes im Erdgeschoss leuchtete dem Publikum ein umlaufender Schriftzug aus weissem Neonlicht entgegen: Zitate aus Becketts Sammelband «Texte um Nichts» und seinem Theaterstück «Warten auf Godot». Hauptpersonen dieses Stückes sind die zwei Landstreicher Wladimir und Estragon. Wer jener Godot ist, auf dessen Ankunft die beiden bis zum Schluss vergeblich warten, bleibt offen, und immer wieder macht einer von ihnen Anstalten, aufzubrechen – ebenfalls vergeblich. Das Objekt, welches das Museum nach der Ausstellung für die hauseigene Sammlung erwerben konnte, gibt einen Dialog zwischen ihnen wieder.

Britta Schröder




Die Umsetzung wird finanziert mit Beiträgen von:

Lotteriefonds des Kantons Zürich

Baugarten Stiftung
Ernst Göhner Stiftung
Dr. Adolph Streuli-Stiftung
Stiftung Kunstsammlung Albert und Melanie Rüegg



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18.10.2017
17:00 Uhr MESZ