25.06.2017 · 20:51

Datierung 1981
Blattmasse 9 Teile: je 33 x 23 cm
Technik/Material Serigrafie auf Halbkarton
Nennung Sammlung Museum Haus Konstruktiv
Schenkung Condradine Gebhard
Inv.-Nr. SK10717
Ludwig Gebhard

Tre per Tre

Mappe mit 9 Serigrafien, Eugen Gomringer gewidmet
Ludwig Gebhard (1933, Tiefenbach, DE – 2007, Landsberg am Lech, DE), dem seit dem Jahr 2000 an seinem Geburtsort ein eigenes Museum gewidmet ist, gelangte dank seiner meisterhaften Linolschnitte zu internationalem Renommee. Besonders erwähnenswert sind seine Linolschnitte aus der sogenannten verlorenen Form, einem Verfahren, bei dem der Druckstock nach dem Druck eines Blattes überarbeitet und dann in seiner veränderten Form mit einer weiteren Farbschicht erneut aufs Papier gebracht wird. Gebhards Drucke, die bis zu 14 solcher Schichten aufweisen, zeugen mit ihren stufenlosen Farbverläufen und farblich aufeinander abgestimmten geometrischen Grundmustern von höchster Präzision und einem ausgereiften ästhetischen Bewusstsein. Gebhard spielte mit warmen und kalten Farbnuancen, die sich kaum merkbar veränderten und erzeugte dabei die Illusion von Raum und Klang in sphärischen Dimensionen. Die scheinbar hart gezogenen Trennlinien und prägnanten geometrischen Strukturen weisen feinste Unregelmässigkeiten auf, die den Kompositionen eine originäre Ausdruckskraft verleihen.
Seit 1967 war Ludwig Gebhard mit Eugen Gomringer, dem Begründer der konkreten Poesie, freundschaftlich und künstlerisch verbunden. So widmete er Gomringer 1981 das Mappenwerk «Tre per tre» und schuf 1983 mit «Zeitzeichen» zehn schwarz-weisse Steinlithografien, die in einer Leinenkassette vereinigt sind und zu denen Eugen Gomringer einen Text beisteuerte.
Gebhards Œuvre umfasst Gemälde, Skulpturen, Handzeichnungen, Lithografien, Linolschnitte, Radierungen sowie Schmuck- und Textildesign, und es zeigt neben stark abstrahierten figürlichen Darstellungen und konstruktivistischen Kompositionen Stillleben, Figuren und Landschaften. Es fällt schwer, diese in vielen Techniken realisierten Arbeiten in ihrer stilistischen Vielfalt einzuordnen. Neben Anleihen bei Pablo Picasso, Paul Klee und Victor Vasarely überwiegen Elemente der konkret-konstruktiven Kunst, des Surrealismus und Kubismus, die er in seine ganz eigene künstlerische Sprache überführt hat.

Dominique von Burg




Die Umsetzung wird finanziert mit Beiträgen von:

Lotteriefonds des Kantons Zürich

Baugarten Stiftung
Ernst Göhner Stiftung
Dr. Adolph Streuli-Stiftung
Stiftung Kunstsammlung Albert und Melanie Rüegg



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25.06.2017
20:45 Uhr MESZ