17.12.2017 · 07:24

Datierung 2011
Rahmenmasse 185 x 145 x 5 cm
Technik/Material Tintenstrahldruck auf Premium Glossy Photo-Papier hinter Acrylglas, Laserkonturschnitt
Nennung Sammlung Museum Haus Konstruktiv
Ankauf ermöglicht durch den Club Fonds Konkret
Inv.-Nr. SK12131
Daniele Buetti

Oh boy oh boy VIII-A

Im Fokus des Mediendiskurses von Daniele Buetti (1957, Freiburg, CH) steht die Lifestyle-Industrie samt der mit ihr verbundenen Werbung. Mit Verfremdungen und Überarbeitungen von Fotografien und Videos von Fernsehserien und Filmen legt der Konzeptkünstler die Hintergründe visueller Verführung offen, stellt die Strategien und Wirkungen des Labelings zur Diskussion und hinterfragt den vermeintlich identitätsstiftenden Konsumzwang. In seinen oft installativ präsentierten Fotoarbeiten entstellt Buetti die makellos schönen Supermodels durch wulstige Narben, die Werbesprüchen und Logos grosser Modefirmen nachgebildet sind. Zuweilen perforiert er seine Fotos und überzieht sie mit Lichtspuren, bis sie selbst zu leuchten scheinen. Diese Wirkung, die gleichzeitig diffus und strahlend ist, steigert er mit auf Leuchtkästen montierten, perforierten Bildern und erzeugt so eine geheimnisvolle Atmosphäre.
Der seit 2008 entstehenden Werkserie «Oh boy oh boy» eignet ein nahezu ikonenhafter Ausdruck, obwohl die Vorlagen von absoluten Gräueln erzählen, handelt es sich doch um Dokumentaraufnahmen aus den Gefängnissen von Abu Ghraib und Guantánamo. Diese Schreckensbilder werden durch eine komplexe digitale Umgestaltung aufs Äusserste abstrahiert, indem die Motive durch unterschiedlich grosse Farbflächen ersetzt werden, sodass deren ursprünglicher Inhalt nicht mehr erkennbar ist. Die so generierten, vielfarbig leuchtenden Bildkompositionen werden auf Fotopapier gedruckt, auf Acrylglas übertragen und ausgeschnitten. Die dadurch entstandenen Puzzles werden wiederum zu ästhetischen Bildern zusammengefügt und erinnern an alte Mosaikkunst oder an leuchtende Kirchenfenster. Mit einem ausgeprägten Sinn für bildästhetische Arrangements fragt Buetti nach der Diskrepanz zwischen Schein und Wirklichkeit bzw. Wahrheit und verdeutlicht den quasisakralen Charakter des Medialen. Gleichzeitig verschleiert er mit verführerischen Strategien die eng miteinander verbundenen Themen Gewalt, Machtausübung, Religiosität und Sexualität und führt uns die leichte Manipulierbarkeit unserer Wahrnehmung vor Augen.

Dominique von Burg




Die Umsetzung wird finanziert mit Beiträgen von:

Lotteriefonds des Kantons Zürich

Baugarten Stiftung
Ernst Göhner Stiftung
Dr. Adolph Streuli-Stiftung
Stiftung Kunstsammlung Albert und Melanie Rüegg



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17.12.2017
07:15 Uhr MEZ