19.08.2017 · 07:35

Datierung 2015
Bildmasse Wandmalerei, 2 Teile, je 50 x 300 cm (Gesamthöhe 240 cm)
Objektmasse Plexiglasobjekt, 2 Teile, je 75.5 x 92.5 x 0.6 cm
Technik/Material Dispersionsfarbe, Plexiglas, Metall
Nennung Sammlung Museum Haus Konstruktiv
Ankauf ermöglicht durch das Legat von Elisabeth Lauener
Inv.-Nr. SK16005
Gerwald Rockenschaub

Wandbemalung (RAL 9005 tiefschwarz), je 50 x 300 cm, Gesamthöhe 240 cm / Plexiglas-Objekt, 2-tlg., 75.5 x 92.5 x 0.6 cm (GS Rot 3C50), Metallschrauben, Unterlegscheiben

Mitte der 1980er Jahre war Gerwald Rockenschaub (1952, Linz, AT) einer der Stars der heute fast vergessenen Neo-Geo-Malerei. Neo-Geo durchdrang die Ästhetik der amerikanischen Minimal Art mit der konsumistischen Haltung der Pop Art. Viele Jahre wirkte Rockenschaub als erfolgreicher DJ in der Clubszene. Das Sampling, in der Musik der späten 1980er Jahre allgegenwärtig (es waren die Anfangsjahre des Techno) inspirierte ihn auch zu einer veränderten Arbeitsweise als bildender Künstler: Er tauschte die Ölfarbe gegen Plexiglas, Kunststoff-Folien, Aluminium, PVC und andere industriell hergestellte Materialien.
Mithilfe von Computergrafikprogrammen entwirft Rockenschaub Installationen, Objekte und Bilder und delegiert deren Ausführung an Spezialfirmen und Handwerker. Das Resultat: aufblasbare Wände, kissenartige, bunte PVC-Polster oder durchsichtige Würfel. In vielen seiner grossformatigen Bilder wimmelt es von abstrakten Zeichen und Mustern, die an Logos der Technoszene und an kunstgeschichtliche Motive erinnern.
In dem in der Sammlung des Museum Haus Konstruktiv befindlichen Werk sind in der Mitte einer grossformatigen Wandmalerei zwei Plexiglasplatten mit Löchern übereinandergelegt, wodurch sich die Farben der Scheiben zu neuen Tönen mischen. Mit der nüchternen Titelgebung betont Rockenschaub den industriell-technischen Aspekt seiner Arbeit.
Lange bevor Crossover zum inflationären «anything goes» verkam, basierte Rockenschaubs ästhetische Praxis auf der Zusammenführung von Clubkultur, Popkultur und Kunstbetrieb. Seine späteren Arbeiten führen die für Neo-Geo charakteristische Verbindung klarer ästhetischer Formen mit spezifischen Kontextfragen fort, beziehen sie sich doch gleichermassen auf Ideen und Positionen der Moderne wie auf Phänomene der Alltagskultur. Diese werden, wie Rockenschaub anschaulich darlegt, auf ihre wesentlichen Elemente reduziert: «Ich verwende in meinen Arbeiten einfache, klare Formen oder Elemente und starke Farbkontraste als Blickfang und entwickle damit ein Spiel visueller Bedeutungen, Assoziationen, Brüche usw. Ich versuche, meine diversen Arbeiten immer möglichst einfach und präzise einerseits und komplex andererseits zu konzipieren und dadurch eine höchstmögliche Prägnanz zu erzielen.»

Gerwald Rockenschaub, in: «Gerwald Rockenschaub. Swing», Ausst.-Kat. Kunsthalle Bern 2008, S. 24.

Dominique von Burg




Die Umsetzung wird finanziert mit Beiträgen von:

Lotteriefonds des Kantons Zürich

Baugarten Stiftung
Ernst Göhner Stiftung
Dr. Adolph Streuli-Stiftung
Stiftung Kunstsammlung Albert und Melanie Rüegg



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19.08.2017
07:30 Uhr MESZ