24.10.2018 · 00:23

Zurich Art Prize 2010
Ryan Gander

Nach Carsten Nicolai und Tino Sehgal erhielt nun der international vielbeachtete Brite Ryan Gander (geb. 1976) den Zurich Art Prize. Gander realisiert im Haus Konstruktiv seine erste umfassende Einzel-Schau in einem Schweizer Museum und zeigt neben älteren Werken viele Arbeiten, die er eigens für Zürich neu konzipieren wird. Zuvor waren seine Installationen, Filme, Objekte und Skulpturen in wichtigen Ausstellungen wie in der South London Gallery (2008), im CCA Wattis Institute, San Francisco (2007), im Stedelijk Museum, Amsterdam (2007), in der Tate Britain, London (2006) und im MUMOK, Wien (2006) zu sehen.

Ryan Gander, Ausstellungsansicht, Museum Haus Konstruktiv, 2010, Foto: Stefan Altenburger
Ryan Gander, Ausstellungsansicht, Museum Haus Konstruktiv, 2010, Foto: Stefan Altenburger

Zu Ryan Ganders künstlerischer Praxis gehört es, historisch wichtige Ansätze oder Debatten in der Kunst- und Kulturgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts zu reflektieren und auf formalästhetische Weise in die Gegenwart zu überführen: Aus der Kunstgeschichte entstehen bei Gander neue Bilder und Erlebnisräume. Der Ansatz, Kunstgeschichte in die Gegenwart zu transferieren, entspricht auch dem Anliegen des Haus Konstruktiv, in denen immer wieder aus verschiedenen Blickwinkeln die Schnittstellen zwischen einem kulturellen Erbe und aktuellen Reaktionen darauf aufgezeigt werden.

Für eine raumgreifende Installation in seiner Einzelausstellung in Zürich hat sich Ryan Gander zum Beispiel intensiv mit dem grundlegenden Streit zwischen Piet Mondrian und Theo van Doesburg, Begründer der Künstlergruppe «De Stijl», beschäftigt: Van Doesburg begrüsste die Darstellung von Diagonalen, Mondrian lehnte sie grundsätzlich ab und trat schlussendlich im Jahr 1925 aus der Stijl-Bewegung aus. Gander wird im Haus Konstruktiv diese hitzig geführte Debatte in ein weites Feld aus Hunderten von Pfeilen transformieren: Es scheint so, als wären sie in einer diagonalen Flugachse in den Boden des Museums geschossen worden. Ryan Gander hält uns auf poetische Weise an, über die unterschiedlichen Haltungen, Wirkungen und Ziele in der Kunst nachzudenken. Zu der Ausstellung erscheint eine Publikation.

Trailer zur Ausstellung >>>



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24.10.2018
00:15 Uhr MESZ