20.10.2018 · 21:16

Datierung 1966/70
Objektmasse 104.2 x 104.2 x 4.3 cm
Technik/Material Acrylglas
Nennung Sammlung Museum Haus Konstruktiv
Schenkung aus: Das Progressive Museum Basel
Inv.-Nr. SK04009
Hartmut Böhm

Quadratrelief 65

Hartmut Böhm (1938, Kassel, DE) hat mit seinen System- und Strukturuntersuchungen die Entwicklung der konkreten Kunst ab den 1960er-Jahren international mitgeprägt. Strikt methodisch vorgehend und präzise formulierend, erarbeitete er in Malerei, Zeichnung, Plastik und Installation ein vielgliedrig vernetztes ästhetisches Programm. Dieses fusst hauptsächlich auf folgenden Vorgaben: dem Sichtbarmachen des Denkprozesses in der Konkretisierung, der Partizipation des Betrachters durch Offenlegen des Programms und der Aktivierung des Sehvorgangs durch visuelle Mehrdeutigkeit bei geometrischer Eindeutigkeit. Bis Mitte der 1960er-Jahre erfolgte die System- und Strukturuntersuchung vorerst in der Malerei; danach, mit Ausnahme der Arbeiten auf Papier, unter Verwendung von Industriewerkstoffen wie Plexiglas, Spanplatten und Stahl. In der Aufbruchstimmung der «Neuen Tendenzen» konzentrierte sich Böhm bis in die 1970er-Jahre vornehmlich auf kinetische Phänomene in Reliefs und Objekten aus Plexiglas. Wie das «Quadratrelief 65» von 1966/1970 aufzeigt, werden aus gleichen Elementen zusammengefügte Strukturfelder durch sukzessive Drehung einzelner Teile so verändert, dass es je nach Lichtquelle und Betrachtungsstandort zu zarteren oder intensiveren kinetischen Effekten kommt. Ab den 1980er-Jahren weitete sich das Untersuchungsfeld auf Themen wie Integration, Gegenüberstellung, Progression und auf die sogenannte «Progression gegen Unendlich» aus. Wie in «Wandarbeit aus den Massen einer Progression gegen Unendlich mit 10º» stehen sich in dieser schwer fassbaren Konzeption einer Annäherung an Unendlich Wahrnehmung und Vorstellung, konkretisierte und nur vorstellbare Form in vielschichtiger Wechselbeziehung gegenüber. Seit Kurzem eröffnet sich mit den «Tafeln», Vitrinen mit ausgelegten Objekten wie Büchern oder Werkzeugen, im Rückverweis auf den konzeptuellen Hintergrund ein neuartiges Arbeitsfeld. Die mentale wie formale Präzisierung der genannten Themenfelder haben Hartmut Böhm eine besondere Position in der konkreten Kunst eingebracht; seit den 1960er-Jahren ist sein Werk in Ausstellungen wie Publikationen international präsent.

Elisabeth Grossmann




Die Umsetzung wurde finanziert mit Beiträgen von:

Lotteriefonds des Kantons Zürich

Baugarten Stiftung
Ernst Göhner Stiftung
Dr. Adolph Streuli-Stiftung
Stiftung Kunstsammlung Albert und Melanie Rüegg



Museum Haus Konstruktiv · Selnaustrasse 25 · 8001 Zürich · +41 (0)44 217 70 80 · info@hauskonstruktiv.ch
© 2018 Museum Haus Konstruktiv. Der Inhalt dieser Website ist urheberrecht­lich geschützt und dient lediglich zu Informations­zwecken ohne Rechts­verbindlich­keit.
20.10.2018
21:15 Uhr MESZ