24.10.2018 · 01:12

Datierung 1971
Objektmasse 82.5 x 80 x 8.5 cm
Technik/Material 70 Konservenbüchsen, Autolack, Schrauben, Holz
Nennung Sammlung Museum Haus Konstruktiv
Schenkung der Künstlerin
Inv.-Nr. SK14004
Ruth Pfalzberger

Computer 2

Ruth Pfalzberger (1949, Basel, CH) studierte Grafikdesign an der Kunstgewerbeschule in Basel. Den Hauptteil ihres Werks bilden grossformatige Ölbilder und Aquarelle, die zwischen Figuration und Abstraktion oszillieren. Den Aquarellen eignet etwas Zartes, Flüchtiges und Durchscheinendes. Im Laufe ihres Lebens hat die Künstlerin ihre Malerei immer stärker reduziert, sodass sie sich mittlerweile in einer geometrisch-konstruktiven Sprache ausdrückt. Am Anfang stand eine gestische Malerei aus mehreren, teils wieder weggekratzten Farbschichten, teils reliefartig pastos aufgetragener Ölfarbe und starken Farbakzenten. Daneben gibt es eher poetische Kompositionen aus Flächen in fein abgestimmter Farbgebung. Andere Werke zeigen grosse, nebeneinander gesetzte Flächen in warmen rötlich-braunen Tönen, über die ein mattes Blau gelegt sein kann. Die Bilder haben oft eine starke räumliche Wirkung, und manchmal wird der Blick in eine imaginäre Tiefe, einen Strudel oder Tunnel geleitet. Kratzspuren bilden lebhafte Akzente oder legen sich wie eine Zeichnung über die Bildfläche. Die Strukturen in den Bildern mit verhaltener und gedämpfter Farbgebung erinnern vornehmlich an Bäume oder Sträucher in winterlicher Gestalt. Sie sind mit Kohle gezeichnet und Acryl überarbeitet. Der aquarellierte Hintergrund suggeriert einen lichtdurchfluteten Raum, in dem die teils kräftig hingesetzten, dann wieder zart verfliessenden Linien wie gestische Zeichen, geheime Schriftzeichen oder Hieroglyphen schweben.
Neben stark abstrahierten Farblandschaften entstehen seit einiger Zeit vermehrt Grafit- und Kreidezeichnungen. Bald setzen sie das Schiff als Metapher für den Fluss und die Vergänglichkeit des Lebens ins Zentrum des bildnerischen Geschehens, bald sind Landschaftselemente, Lichtreflexionen und Wasser nur noch vage in eine subtile zeichnerisch-grafische Bildsprache umgesetzt.

Ruth Pfalzberger bildet zusammen mit Romy Weber seit über 40 Jahren ein Team. Beide Künstlerinnen haben die gleiche künstlerische Ausbildung an der Kunstgewerbeschule Basel durchlaufen und waren lange als Grafikerinnen tätig: Ruth Pfalzberger am Institut für Physikalische Chemie der Universität Basel. Romy Weber an der Badischen Malerfachschule Lahr als Fachlehrerin im Bereich Schriftgrafik und Gestaltung. Beide Künstlerinnen überzeugen durch ein ausgesprochen feines Gespür für Material, Form und Farbe, durch handwerkliche Präzision und Sinn für Inspiration aus der Natur. So sind über die Jahre hinweg eigenständige Kunstwerke entstanden, die oft miteinander kommunizieren, aber auch im stillen Monolog bestehen können. Ihre erste gemeinsame Ausstellung fand 1972 im Schloss Thunstetten statt. Seither gab es –nebst zahlreichen Einzel-und Gruppenausstellungen in der Schweiz und im Ausland – in regelmässigen Abständen gemeinsame Präsentationen.

Dominique von Burg




Die Umsetzung wurde finanziert mit Beiträgen von:

Lotteriefonds des Kantons Zürich

Baugarten Stiftung
Ernst Göhner Stiftung
Dr. Adolph Streuli-Stiftung
Stiftung Kunstsammlung Albert und Melanie Rüegg



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24.10.2018
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