24.10.2018 · 01:03

Datierung 2007
Bildmasse 210 x 210 cm
Technik/Material Öl auf Leinwand
Nennung Sammlung Museum Haus Konstruktiv
Schenkung Sammlung Margit und Rolf Weinberg
Inv.-Nr. SK15015
Alastair MacKinven

Oreverfay Icsay

Der Titel dieses Gemäldes von Alastair MacKinven (1971, Clatterbridge, UK) liest sich, als sei er einer Geheimsprache entnommen: «Oreverfay Icsay». Rätselhaft erscheint auch die Bildkomposition. Auf- und absteigende Formblöcke schieben sich dreistufig aneinander und suggerieren ein in sich geschlossenes schwarzes Zentrum. Ein kräftiges Kolorit steigert die Wirkung, verstärkt durch schwarze, weisse und graue Einschübe. Anfang oder Ende widersinniger räumlicher Abfolgen in denen das Auge des Betrachters nach Orientierung sucht und sich verliert? Das Bild gehört zu der «Et Sick in Infinitum (End is Forever)» bezeichneten Werkgruppe des britischen Künstlers. Inspiriert wurde sie durch die von Lionel und Roger Penrose entwickelte unmögliche Objekt einer kontinuierlich in sich selbst zurückkehrenden Treppe. Die beiden Mathematiker (Vater und Sohn) legten ihr Gedankenexperiment erstmals 1958 der Wissenschaftswelt vor. In der Folge hat dieses Beispiel einer paradoxen Architektur, «Penrose stairs» oder «Penrose steps» genannt, die mathematische wie auch die künstlerische Fantasie angeregt. Einer, der die Idee aufgriff, war der virtuose Zeichner M.C. Escher, der 1960 die mittlerweile berühmte Lithografie «Klimmen en dalen» [Treppauf treppab] schuf.
MacKinven hat die Idee auf seine Weise weitergesponnen und ein eigenes, ästhetisch zeitgemässes Bildkonzept verwirklicht. Mit expressivem Schwung auf die Leinwand gebracht, verwickelt seine Malerei den Betrachter in eine Bildlandschaft, die sich dem nach einem Ruhepunkt suchenden Blick immer wieder entzieht: Grossformatig und ungerahmt, sind seine Recherchen in einem genau geplanten Konstrukt verankert. So entwickelt sich ein immer wieder anders zu enträtselndes Spiel mit dem trügerischen Charakter menschlicher Wahrnehmung. MacKinvens Variationen zu diesem Thema bieten unterschiedliche Deutungen an. Er sieht diese Werkgruppe auch als sinnbildlich für die Selbstbezogenheit der Kunstszene – dem für ihn existenziellen Aktionsfeld, auf dem es sich zu behaupten gilt. Als Künstler im Zeitgeist nach der Postmoderne hat MacKinven mit diversen Medien experimentiert, mit performativer Installationen, Video, Fotografie und Text, um schliesslich wieder – und in einem freieren Stil – die Malerei zum Mittelpunkt seiner Arbeit zu machen. Der Künstler, der seine Ausbildung an der Goldsmiths Art School in London und in Kanada absolvierte, lebt und arbeitet in London.

Margit Weinberg Staber




Die Umsetzung wurde finanziert mit Beiträgen von:

Lotteriefonds des Kantons Zürich

Baugarten Stiftung
Ernst Göhner Stiftung
Dr. Adolph Streuli-Stiftung
Stiftung Kunstsammlung Albert und Melanie Rüegg



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