20.10.2018 · 21:34

Datierung 2016
Blattmasse 29.7 x 21 cm
Technik/Material Collage auf Büttenpapier, 185g/m2, Papier partiell weiss von Hand beschichtet, Archivdruck, Tusche
Nennung Sammlung Museum Haus Konstruktiv
Inv.-Nr. SK16031
Martin Walde

Timeline 201.6, 2071, script: _39 häuser

Jahresgabe der Stiftung für konstruktive, konkrete und konzeptuelle Kunst, 2016
Nachdem seine Installation «Timeline 201.6» (2008/2016) in der Sammlungsausstellung «Um die Ecke denken» als Gastintervention zu sehen war, wurde der österreichische Künstler Martin Walde (1957, Innsbruck, AT) dazu eingeladen, eine Edition für die Gönnerinnen und Gönner des Museums zu realisieren. Bezugnehmend auf die Gastintervention, bei der in die Zukunft datierte und mit Text und Zeichnung versehene Kalenderblätter von der Raumdecke zu Boden segelten, besteht sie aus 206 Kalenderblättern datiert auf das Jahr 2071. Jedes von ihnen ist ein Unikat.
Martin Walde gelingt es immer wieder, die Ausstellungsbesucher in seine interaktiv angelegten Installationen miteinzubeziehen: «Mich interessiert die Möglichkeit, etwas evolutionär offenzulassen, so dass ich jederzeit fähig bin, mich von einer Möglichkeit verführen zu lassen, die sich dadurch ergibt, dass jemand anderes auf die Arbeit reagiert. […] Insofern verstehe ich mich eigentlich zunehmend als Teilnehmer, nicht als jemand, der das kontrollierend auf die Bühne bringt». Während seiner Gastintervention im Museum Haus Konstruktiv lud der Künstler die Besucher und Besucherinnen dazu ein, aktiv in seine Arbeit einzugreifen. So wurden die auf den Boden gewirbelten Flugblätter nicht einfach liegen gelassen, sondern chronologisch sortiert oder auch mitgenommen.
Die von Hand gezeichneten Kalenderblätter der Edition zeigen diverse, scheinbar unzusammenhängende Notizen und/oder Zeichnungen zu Ereignissen des Jahres 2071; einige Tage fehlen, andere hingegen geschehen doppelt. Walde versteht die Blätter als Ideensammlung für ein noch zu verfassendes Skript zum Leben einer Person. Als visuelle Fragmente, deren augenfälligste Gemeinsamkeit zunächst nur der kontinuierliche Ablauf der Zeit ist, regen sie zum Nachdenken über die eigene Existenz und Vergänglichkeit an.

Sabine Schaschl




Die Umsetzung wurde finanziert mit Beiträgen von:

Lotteriefonds des Kantons Zürich

Baugarten Stiftung
Ernst Göhner Stiftung
Dr. Adolph Streuli-Stiftung
Stiftung Kunstsammlung Albert und Melanie Rüegg



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20.10.2018
21:30 Uhr MESZ