20.10.2018 · 22:24

Datierung 2015
Objektmasse 165 x 136.4 x 20 cm
Bildmasse 215.2 x 125.4 cm
Technik/Material Chlor auf Baumwoll-Leinwand, Holz
Nennung Sammlung Museum Haus Konstruktiv
Ankauf ermöglicht durch Club Fonds Konkret
Inv.-Nr. SK16023
Ulla von Brandenburg

Folds and Compass

Mit grossformatigen Installationen aus bühnenhaften, theatralen Elementen entführt uns die deutsche Malerin, Installations- und Videokünstlerin Ulla von Brandenburg (*1974, Karlsruhe, DE) in eine surreale Welt. Ihre Inszenierungen in Darstellungsformen des späten 19. Jahrhunderts und der beginnenden Moderne kombinieren Singspiele, Tableaux vivants, Scherenschnitte und Schwarz-Weiss-Filme. In den Filmen werden Dialoge gesungen sowie rätselhafte Handlungen gespielt, die eine Vielzahl an kulturhistorischen Referenzen aus bildender Kunst, Literatur, Psychoanalyse, Theater, Fotografie und Zirkuswelt beinhalten. Die Filme sind Teil räumlicher Gesamtinszenierungen mit Theatervorhängen, Architekturen oder Wandmalereien. Die Blickachsen bilden ein strenges Kompositionsgefüge, von dem sich die prätentiös und manieriert wirkenden Posen und theatralischen Gesten abheben. Auch in ihren zweidimensionalen Werken zeigt die Künstlerin Theatervorhänge. Das in die Sammlung aufgenommene «Folds and Compass» besteht aus dem Bild eines blauen, realistisch wiedergegebenen Vorhangs und einem überdimensionalen Zirkel, der an das Werk angelehnt ist.
Spiegel und Schatten sind zentrale Motive in den Arbeiten Ulla von Brandenburgs. Sie werden in Form von Scherenschnitten und Schattenspielen neben anderen Techniken verwendet. Mit ihnen lotet die Künstlerin die Wirklichkeitsebenen und Grenzbereiche zwischen Sein und Schein aus. Mit dem Spiegel als einem wiederkehrenden Sinnbild sowohl für die bildende als auch die darstellende Kunst lässt sich Schauspiel oder Theater als Abbild verstehen, das der Realität unseres Lebens den Spiegel vorhält. Wir erleben die mit Filmen bestückten räumlichen Inszenierungen wie ein Spiegelkabinett. Mit jedem Bild, das Ulla von Brandenburg als Illusion, als Schatten oder Spiegelbild entlarvt, entsteht ein neues, ebenso vielschichtiges Bild. Sie verwendet Metaphern, die den Zusammenhang von Theater und Leben, respektive Realität, sowie anschauliche Reflexionen über existenzielle, gesellschaftliche, soziale und historische Fragen versinnbildlichen. Ihren Worten gemäss interessiert sich die Künstlerin vornehmlich für alles Vergängliche. Gemäss ihrem Motto «Man braucht keine Kunst für immer» sind ihre Wandbilder stets nur für die Dauer einer Ausstellung gedacht.

Dominique von Burg




Die Umsetzung wurde finanziert mit Beiträgen von:

Lotteriefonds des Kantons Zürich

Baugarten Stiftung
Ernst Göhner Stiftung
Dr. Adolph Streuli-Stiftung
Stiftung Kunstsammlung Albert und Melanie Rüegg



Museum Haus Konstruktiv · Selnaustrasse 25 · 8001 Zürich · +41 (0)44 217 70 80 · info@hauskonstruktiv.ch
© 2018 Museum Haus Konstruktiv. Der Inhalt dieser Website ist urheberrecht­lich geschützt und dient lediglich zu Informations­zwecken ohne Rechts­verbindlich­keit.
20.10.2018
22:15 Uhr MESZ